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Jordanien Petra Gruppenfoto

Begegnungen

Die schöne Petra – ein Tag zu Fuß in der Felsenstadt

Sie fragen sich, wer Petra ist und was sie erlebt hat? Bettina hat sie besucht und berichtet hier über ihr Treffen mit einer alten Bekannten

Im Februar dieses Jahres durfte ich gemeinsam mit 15 wunderbaren InfoReise-Teilnehmern das legendäre Königreich in Vorderasien entdecken. Schon bei der Ankunft wurden wir – typisch orientalisch – sehr gastfreundlich empfangen. Der liebe Wael Shaheen, jordanischer Reiseleiter, Meister auf seinem Gebiet und langjähriger Freund von Tour mit Schanz, führte uns 7 Tage lang vorbei an den bedeutendsten historischen Stätten im Land.

Doch eine hat es mir ganz besonders angetan. Die schöne Petra. Nein, ich meine keine unserer netten Reise-Teilnehmerinnen – eine Petra war nicht dabei. Ich rede von der rosaroten Felsenstadt Petra. Der vielleicht schönste Ort auf Erden... ein Paradies... Nunja, sie ist auf jeden Fall die berühmteste Sehenswürdigkeit Jordaniens, UNESCO-Weltkulturerbe und Schauplatz von Filmen wie „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“.

„Petra ist der herrlichste Ort der Welt“ – und jede Beschreibung sei sinnlos, da sie der Wirklichkeit nicht gerecht sein könnte – so schwärmte T. E. Lawrence alias „Lawrence von Arabien“ von Jordaniens unglaublicher Felsenstadt. Und auch ich kann das behaupten, nachdem ich insgesamt zum 7. Mal hier war. Kein Besuch war wie der andere!

Schon der erste Eindruck ist schlichtweg überwältigend. Die enge, gewundene, mehr als 1 km lange Schlucht, der sogenannte „Siq“, zu Deutsch „Schacht“, bietet mit seinen 100 m hohe Felswänden faszinierende Ausblicke! An der engsten Stelle ist die Schlucht gerade einmal 2 m breit. Einige unserer Teilnehmer unternahmen einen beduinengeführten Pferderitt – ein authentisches Erlebnis.

Und dann, ganz plötzlich, steht man vor ihr: der gewaltigen Fassade des Schatzhauses „Al Khazneh“. Rund 40 m ragt das hohe, mit Säulen geschmückte Wunder auf. Bis heute ist nur ein kleiner Teil der legendären Stadt sichtbar: Experten schätzen, dass lediglich 20 % des antiken Petras bereits ausgegraben sind. Zwar gehen Archäologen auch davon aus, dass die großen Felsfassaden inzwischen alle gefunden wurden – aber niemand weiß, was der Wüstensand noch verbirgt!

Doch was genau geschah hier? Welche Geschichten haben diese alten Mauern zu erzählen?

Ein kleiner Überblick:

  • Die Wurzeln von Petra (altgriechisch Petra = Felsen) gehen auf über 9000 v. Chr. zurück; sie ist somit eine der ältesten Siedlungen im Mittleren Osten.
  • Petra liegt auf halbem Weg zwischen dem Roten Meer und dem Toten Meer am Rande der arabischen Wüste in den Bergen von Edom. Die Stadt befand sich also an der Kreuzung von mehreren Karawanenwegen und konnte sich durch ihren Handel zu einer wohlhabenden Stadt entwickeln.
  • Die Blütezeit Petras begann etwa im 2. Jh. v. Chr., als sie Hauptstadt des Nabatäer-Reiches war, das bis Damaskus und kurz vor Jerusalem reichte. Dabei entstanden die beeindruckenden in den Felsen gehauenen Fassaden.


Kleiner Einwurf – Nabatäer? Wer hat im Geschichtsunterricht aufgepasst? Die Nabatäer galten lange als geheimnisvolles Wüstenvolk, technisch begabt und fromm; über ihre Herkunft weiß man leider immer noch nichts. Zu ihrem Mythos mag beigetragen haben, dass sie ebenso plötzlich auftauchten wie sie später wieder verschwanden. Heute ist das archäologische Wissen über die Nabatäer aber breit gefächert:

  • Dass die Nabatäer (die aramäische Stammesbezeichnung „nabatu“ wurde griechisch zu „nabataioi“) keine Literatur hinterlassen haben und wir daher wenig über sie wissen, macht ihre Erforschung umso spannender.
  • Im 1. Jh. – bevor Rom daraus die Provincia Arabia machte – kontrollierten sie ein mächtiges Herrschaftsgebiet, das von Südsyrien bis nach Nordarabien reichte.
  • Die Nabatäer faszinieren die Forscher heute aufgrund mehrerer Eigenschaften: Perfekt strukturierte Stammesgesellschaft; geniale Technik, Sturzwasser in Wüstengebieten aufzufangen; beeindruckende Frömmigkeit; harmonische Einbindung in die Natur bei den monumentalen Denkmälern und vieles mehr...
  • Es sind die Griechen, die 311 v. Chr. das älteste Zeugnis über das Wüstenvölk bieten: Zwei Expeditionen von Phönikien aus nach Petra scheiterten, weil die Stammeskrieger den Plünderern die Beute wieder abjagten.
  • Auch die zweite Erwerbsquelle der Nabatäer vermochten die Makedonen nicht an sich zu reißen: Sie vermarkteten das aus dem Toten Meer in Blasen hochsteigende Bitumen (Asphalt). Es fand Verwendung vor allem beim Kalfatern von Schiffen, bei der Einbalsamierung, in der Medizin und in der Kosmetik.

Zurück zur schönen Petra:

  • 106 n. Chr. besiegte Kaiser Trajan die Nabatäer und besetzte Petra. Zu dieser Zeit hatte die Felsenstadt etwa 30.000 Einwohner, aber durch Änderungen der Handelswege, die von den Römern beschlossen wurden, begann der Niedergang der Stadt.
  • Nach zwei Erdbeben und der Eroberung der Region durch die Araber wurde Petra letztendlich komplett verlassen und es entstand der Mythos von der „verschollenen“ Felsenstadt.
  • 1812 wurden die Ruinen von Johann Burckhardt versehentlich wieder entdeckt – einem Schweizer, der sich als Araber verkleidete und behauptete, ein Scheich zu sein

Ist Petra heute noch bewohnt?

Zu Petras Blütezeiten residierten die Bewohner in Steinhäusern mit mehreren Stockwerken und sogar einer Art Bad – heute sind von den Wohnhäusern nur noch einzelne Ruinen übrig. Doch lebten hier lange Zeit noch Beduinen: Bis in die 1980er Jahre waren sie Winterquartier der so genannten „Bedoul“, die im Sommer in Zelten lebten. Als Petra 1985 zum UNESCO-Welterbe erklärt wurde, wurden die Beduinen in ein für sie gebautes Dorf umgesiedelt, um die wertvollen Ruinen zu schützen. Es heißt, dass einzelne Familien wieder in die Höhlen zurückgezogen seien, da das für sie erbaute Dorf mittlerweile überfüllt sei.


Das heißt also: Ja, Petra ist teilweise noch bewohnt. Und was bietet sich besser dazu an, das Leben in der Wüste genauer kennenzulernen, als mit Einheimischen zu sprechen? Wir hatten die Ehre, einen Beduinen in seiner Wohnung zu besuchen. Er hieß uns mit einer Teezeremonie willkommen und zeigte uns seine spartanisch eingerichtete Höhle. Das war ein faszinierender Moment; zu sehen, wie die Menschen hier leben und dabei so herzlich begrüßt zu werden! Auch traf ich auf die Neuseeländerin Marguerite van Geldermalsen, Autorin von „Im Herzen Beduinin“: Auf einer Rucksackreise lernte sie Ende der 70er Jahre den Beduinen Mohammad kennen. Sie lernte die Sprache und Bräuche der Beduinen, zog mit Mohammad in eine der 2.000 Jahre alten jordanischen Höhlen, heiratete den Souvenirhändler und zog an seiner Seite drei Kinder groß.

Wenn Petra so alt ist – wie ist der biblische Bezug?

In Petra begegneten wir gut gelaunten Pilgern, Nonnen und Touristen aus ganz verschiedenen Ländern. Man hört dabei von den Legenden, die sich um die ganze Gegend ranken:

  • Das „Moses-Tal“, so die Übersetzung von Wadi Musa, ist so benannt, weil Moses und die Israeliten bei ihrem Auszug aus Ägypten hierhergekommen sein sollen. Die „Moses-Quelle“ vor den Toren von Petra gilt als die Stelle, an der Moses auf einen Felsen schlug, aus dem dann Wasser sprudelte (4. Mose 20:10).
  • Moses‘ Bruder und Prophet Aaron soll außerdem in Petra begraben worden sein, und zwar an jenem Berg, der heute als „Jabal Harun“ bekannt ist. Auf dem Gipfel wurden ihm zu Ehren eine byzantinische Kirche und später ein islamischer Schrein gebaut, der heute Pilger aus aller Welt anlockt.
  • Außerdem ist Petra der Überlieferung nach eine wichtige Raststätte der heiligen drei Könige, die zu Jesus‘ Geburt mit Weihrauch, Gold und Myrrhe nach Bethlehem reisten. Der in der Bibel genannte König Aretas (2. Korinther 11:32) gilt als der einstige Herrscher von Petra.

Als kleiner „Pexperte“ habe ich hier noch ein paar Tipps:

  • Festes Schuhwerk ist unabdingbar, wenn man auch mal etwas abseits der Pfade laufen will. Oft muss man dann klettern. Dafür locken tolle Ausblicke und weitere Sehenswürdigkeiten wie zum Beispiel das Kloster Al Deir oder etliche Gräber.
  • Kopfbedeckung und Sonnenbrille sind sinnvoll. Schattenplätze sind in Petra rar gesät; und gerade zur Mittagszeit kann die Sonne unerträglich werden.
  • Genug Wasser mitnehmen!
  • Man sollte für einen Petra-Besuch mindestens einen kompletten Tag einplanen; besser zwei. Das Ausgrabungsgelände ist riesig und oft sind es die gut versteckten, weniger besuchten Ruinen, die in ihren Bann ziehen.
  • Petra By Night – ein MUSS beim Aufenthalt! Der Siq ist dabei nur durch Kerzen beleuchtet, an dessen Ende man verschwommen die Konturen des Schatzhauses erkennen kann. Man nimmt auf am Boden liegenden Matten Platz, es gibt Tee, dazu Musik... ein magischer Abend.

Geheimtipp: Am Ende der Tour möglichst lange am Schatzhaus verweilen und dann einfach als einer der Letzten zurück spazieren!

Neugierig geworden? Auf Petra, aber auch auf das Königreich Jordanien an sich?

Dann wissen Sie vielleicht was der römische Kaiser Hadrian, der Prophet Moses und Lawrence von Arabien gemeinsam haben?

Genau – sie alle sind durch Jordanien gezogen. Das Land ist von einer spannenden Geschichte geprägt, war oft heiß umkämpft und entstand am Reißbrett der Engländer und Franzosen bei der Auflösung des Osmanischen Reichs – wie ihr bestimmt schon wisst. Aber hier ein paar weitere Fakten:

  • Jordanien galt als unvorstellbar reiches Land – eine Kornkammer wie Ägypten – bevor die Bodenschätze wie Akazien, Eukalyptus und Mimosen rücksichtslos ausgebeutet wurden.
  • „Winstons Schluckauf“ wird der scharfe Knick in der jordanisch-saudischen Grenze auch genannt
  • Der Wasserstand des Toten Meeres sinkt jedes Jahr um ca. 30 cm. Das Meerwasser wird von Israel und Jordanien für die Industrie, Landwirtschaft und Privathaushalte abgeleitet. Wissenschaftlichen Prognosen zufolge könnte der See bis zum Jahr 2050 ausgetrocknet sein. Ein weiterer Grund, bald mal hinzufahren! Es ist mit den gefilterten Sonnenstrahlen, der sauerstoffreichen Luft, dem mineralreichen Schlamm und dem heilenden Wasser der größte Naturkurort der Welt.
  • Das Wasser des Toten Meeres ist neunmal so salzig wie das des Mittelmeeres und wirkt heilend – doch wie genau?
    • Magnesium baut Stress ab
    • Kalium fördert die körpereigenen Energien und den Feuchtigkeitshaushalt
    • Kalzium verhindert Wassereinlagerungen
    • Bromid entkrampft verspannte Muskeln
    • Natrium regelt den Flüssigkeitshaushalt der Lymphgefäße
  • Die Oryx – elegante weiße Antilopen – sind nur auf der Arabischen Halbinsel heimisch und galten in den 20ern als ausgerottet. Mittlerweile sind sie wieder angesiedelt und können bei Safariausflügen beobachtet werden.
  • Die Ruinen von Jerash, dem antiken Gerasa, gelten als weltweit besterhaltene römische Siedlung und sind die zweitwichtigste Attraktion Jordaniens. Besonders die noch gut erhaltenen Mosaik-Böden sind sehr imposant.
  • Wadi Rum ist eine wahre Symphonie aus rötlichem Sand, malerischen Felstürmen und azurblauem Himmel und ist für viele die schönste Wüste der Welt.
  • Im „Heiligen Land jenseits des Jordans“ gibt es viele Stätten mit biblischem Bezug, die eine schöne Möglichkeit für Andachten und Gottesdienste bieten
  • Im Süden das Meer, im Westen Gebirge, dazwischen das fruchtbare Jordantal und im Osten die Wüste – wandern in Jordanien bedeutet Abwechslung pur und das Land bietet sich daher ausgezeichnet für eine Wander-Reise
  • Viele authentische Begegnungen können in Jordanien organisiert werden – sprechen Sie uns einfach darauf an!

Und bevor ich jetzt gar nicht zum Ende komme, schließe ich mit einer alten, jordanischen Weisheit:

Ahlan Wa Sahlan – nach Jordanien kommt man als Gast und geht man als Freund!

Konnten wir Ihr Interesse wecken?

Dürfen wir Ihnen bei der Organisation Ihrer Gruppenreise helfen, oder haben Sie unendlich viele weitere Fragen? Dann zögern Sie nicht, wir freuen uns auf Sie!

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