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Marokko Ait Ben Haddou Riad

Tour mit Freunden

Marokko: DAS 1001 Nacht-Feeling

Im Strom der Düfte, Farben, Klänge und Begegnungen

Marokko - Kochkurs in Marrakesch!

Riad: So heißt das traditionelle städtische Wohnhaus mit begrüntem Innenhof. Von außen gänzlich unspektakulär, die Pracht nicht zu vermuten. Von innen ein Palast mit einem üppig bewachsenen Atrium bzw. einem Garten. Mit unserem Guide kaufen wir auf dem Souk was wir für die Mahlzeit benötigen. Das gemeinsame Kochen innerhalb des Riad ist ein unvergessliches Erlebnis. Ein paar Häuser weiter befindet sich ein Gemeinschaftsbackofen. Hierher bringt die Nachbarschaft den vorbereiteten Teig, und holt das frisch gebackene Brot später wieder ab. Auch unser köstliches Fladenbrot kommt knackig-frisch ebenfalls von dort duftend auf den Tisch.

Doch zunächst: Was hat mich nach Marokko geführt? Schon immer war die Sehnsucht groß, nach arabischem Flair, nach der Wüste, nach dem bunten Treiben in den Souks. Meine Vorstellung von 1001-er Nacht.

Die Temperatur bei der Ankunft ist 20° höher als vor dem Abflug in Deutschland. Nach dem ersten, süßen Minztee ist die Welt aber wieder in Ordnung und die Vorfreude auf die kommenden Tage groß.

CASABLANCA

Unsere Reise startet in Casablanca, sie ist das Sinnbild des modernen Marokko. Seit dem Spielfilm „Casablanca“ hat sich das Stadtbild zwar gewandelt – aber nicht die Anziehungskraft dieses Ortes.

Im Rick`s Café lebt die Legende weiter. Unser Reiseleiter Mohammed hat es möglich gemacht, wir können im ersten Stock Platz nehmen und einen Drink genießen. Das Interieur, die Balkone, das Piano: plötzlich sind wir wieder mitten in einer Szene des bekannten Films und schauen uns um nach Rick und Ilsa……

Direkt am Atlantik gelegen, zeigt sich die größte Stadt in Marokko mit französisch inspirierten Stadthäusern, breiten Boulevards, modernen Hochhäusern und Gebäuden im neu-orientalischen Stil. Wir unternehmen eine kleine Stadtrundfahrt und besichtigen die prachtvolle Moschee Hassan II, die seit ihrer Fertigstellung 1993 als Wahrzeichen der Stadt gilt und die drittgrößte Moschee der Welt ist.

Einige Gebäude der historischen Altstadt von Casablanca, französisch Ancienne Médina genannt, stammen aus dem 18. Jahrhundert. Am augenfälligsten ist die Sqala genannte Wehrmauer mit ihren alten Kanonen. Sie bildet den Nordrand der alten Medina und liegt gegenüber dem heutigen Fischereihafen. Man betritt die Medina aber am besten über den Südeingang am Place des Nations Unies. Dieser Eingang führt zunächst auf einen belebten Platz, auf dem Händler ihre Waren (vieles aus China) am Boden anpreisen. Geht man weiter, gelangt man in ein Labyrint verwinkelter Gassen, das einen Fischmarkt, einen Gemüsemarkt, mehrere Moscheen, Handwerker-Werkstätten sowie unzählige Läden beherbergt, wo es so gut wie alles zu kaufen gibt. Um sich einen ersten Eindruck des Viertels zu verschaffen, lassen wir uns einfach durch die vorderen Gassen treiben (Lederwaren, Gold- und Silberschmuck).

Den östlichen Rand der Medina bildet der mit Palmen gesäumte Boulevard Houphouët Boigny, der den Place des Nations Unies direkt mit dem Hafen verbindet. Seine Westseite ist mit schönen Arkaden im maurischen Stil überdacht, in den 1920er Jahren erbaut.

RABAT

Auf dem Programm steht nun Rabat – die faszinierende Königsstadt und jetzige Hauptstadt des Königreichs. Umgeben vom intensiven Blau des Meeres und des Himmels liegt eingebettet in seinen ockerfarbenen Befestigungsmauern eine weiße Stadt, deren Minarett mit den Wolken zu spielen scheint...

Zusammen mit Salé, der Stadt auf der anderen Seite der Bou-Regreg -Mündung, bildet Rabat ein Ballungszentrum mit ca.1,3 Mio Einwohnern. Bei einer ausführlichen Stadtführung sehen wir die Wahrzeichen der Stadt, die für ihr islamisches und französisch-koloniales Erbe sprechen: den mit grünen Ziegeln bedeckten Königspalast (grün, die Farbe des Propheten Mohammed), das Mausoleum und das Wahrzeichen der Stadt: den Hassan-Turm, ein Minarett aus dem 12. Jahrhundert, erhebt sich über die Ruinen einer Moschee. Von der Kasbah Oudaya, der königlichen Festung aus der Berber-Ära mit dem maurischen Garten haben wir einen herrlichen Blick auf den Ozean.

Altstadt: Die Medina ist an drei Seiten von der 1197 fertiggestellten almohadischen Stadtmauer umgeben. Die großzügig geplante, insgesamt 5250 Meter lange Mauer führt über die Medina hinaus um einen großen Teil der Neustadt im Westen und Süden, wo sie das Gartengelände des Königspalasts umschließt. Vier Tore führen von der Neustadt durch die Andalusier-Mauer in den Souk, der sich über den größten Teil der Medina erstreckt.



Der sehenswerte Friedhof grenzt an die Kasbah des Oudaïas, deren Zugang, das repräsentative Bab el Oudaïa, vom Place Souk el Ghezel zu erreichen ist. Die weiß verputzten Häuser in den verwinkelten Fußgängergassen dahinter sind sorgfältig restauriert. Innerhalb der Kasbah liegt die Jama al Atiq, die älteste Moschee der Stadt aus dem 12. Jahrhundert (restauriert im 18. Jahrhundert). Unterhalb des Eingangstors zur Kasbah verbirgt sich hinter einer Vormauer, mit der 1666 bis 1672 die Kasbah um einen Palast in einer Gartenanlage erweitert wurde, das Musée des Oudaïas, in dem Kunsthandwerk ausgestellt ist. Der „Andalusische Garten“ wurde in der französischen Kolonialzeit angelegt.

Ville Novelle: Im Unterschied zu Salé, das kaum Gebäude aus der Kolonialzeit besitzt, entstand in Rabat eine großzügige koloniale Neustadt mit prächtigen Wohnblocks. Parallel zur Andalusier-Mauer verläuft das breite Boulevard Hassan II, das von der nach Süden führenden Avenue Mohammed V gekreuzt wird, der Hauptgeschäftsstraße der französischen Neustadt. Die ältesten Gebäude wurden in den 1920er Jahren im schwungvollen Art-déco Stil errichtet. Das Archäologische Museum (Musée Archéologique) wenige Meter östlich gibt einen Überblick über die marokkanische Geschichte. Es beinhaltet die wichtigsten Funde des Landes besonders aus der römischen Zeit.

Vom Bahnhof führt eine Straße an der schneeweißen riesigen Kathedrale Saint-Pierre vorbei bis in die Nähe des Bou-Regreg zum Hassan-Turm (Tour Hassan). Der, nach dem Enkel des Propheten oder nach dem arabischen Wort hassane („Schönheit“) benannte Turm ist das Wahrzeichen von Rabat. Der heute freistehende Turm ist das unvollendete Minarett der Großen Moschee, die ein Almohadenkalif 1191 in Auftrag gab. Sie sollte in der neuen Hauptstadt die größte Moschee nach der Großen Moschee von Samarra in der islamischen Welt werden. Von den ehemals 312 Säulen und 112 Pfeilern aus Marmor sind die wiederaufgestellten Stümpfe erhalten.

Am anderen Ende der großen Terrasse befindet sich das Mausoleum von Mohammed V. aus weißem Marmor. Der in den Boden eingelegte Grabraum des Gebäudes kann von einer umlaufenden Galerie besichtigt werden.

Südwestlich des Bahnhofs führt die Avenue Moulay Hassan beim Bab er Rouah („Tor des Windes“) am Rand des Regierungsviertels durch die Almohaden-Mauer. Dieser aus Stein gemauerte monumentale Torbau und der aus derselben Zeit stammende Eingang zur Kasbah stellen die beiden schönsten Portale in der Lehmmauer dar. Das Gebäude besitzt zwei Flankentürme und mehrere quadratische, mit Kuppeln überwölbte Nebenräume. Darin ist heute die gleichnamige städtische Kunstgalerie Bab Rouah untergebracht, sie zeigt moderne marokkanische Kunst.

Auf freiem Gelände südöstlich der almohadischen Mauer umgibt die hohe, zinnenbekrönte Stampflehmmauer der Chellah die merinidische Totenstadt. Der Zugang führt durch ein monumentales steinernes Portal aus dem 14. Jahrhundert. Der Durchgang ist zur besseren Verteidigung in einem Winkel angelegt und mit Kreuzgratgewölbe aus Ziegeln überdeckt. Der Fußweg führt durch einen Park mit Büschen und Bäumen einen Hügel hinunter bis zu den 1930 freigelegten Resten der römischen Siedlung Sala Colonia.

Daneben befindet sich die Nekropole, in der mehrere merinidische Sultane und islamische Heilige (Marabouts)) begraben wurden. Dort liegt auch Sams ad-Dauha (1330–1380) begraben, eine der Frauen des Sultans Abu l-Hassan, die eine englische oder schottische Prinzessin gewesen sein soll. In der Nähe steht ein gut erhaltenes Minarett mit Rautenmustern und Resten von Mosaikfliesen.

Die Anlage der Nekropole erfolgte an einem schon zuvor von den ortsansässigen Berbern verehrten Ort bei einer heiligen Quelle. Am Rand der großen Grabbauten versteckt sich ein heiliger Teich, der aus dieser Quelle gespeist wird und in dem Aale leben oder leben sollten. Nach der Tradition füttern Frauen die Aale in dem 20 Quadratmeter großen gemauerten Becken mit Eiern und werfen Geldstücke hinein, wovon sie sich reichlichen Nachwuchs versprechen.

MEKNÈS

Von Rabat fahren wir in Richtung Fés und machen Halt in Meknès, einer der vier Königsstädte Marokkos. Die Altstadt von Meknès zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Die Stadt Meknès liegt in einer fruchtbaren Ebene zu beiden Seiten des Wadi Bou Sekrane. Die Umgebung der Provinzstadt ist Zentrum des Obst- und Gemüseanbaus. Ihre Lage in einer der ertragreichsten Regionen des Landes macht die Stadt zu einem wichtigen Handels- und Verarbeitungszentrum für landwirtschaftliche Produkte, vor allem für Gemüse, Oliven, Wein und Zitrusfrüchte. Im produzierenden Gewerbe dominiert die Herstellung von Bekleidung und Textilien sowie von Palmöl, Metallwaren und Baustoffen. Traditionell von großer Bedeutung wie überall in Marokko ist das Kunsthandwerk. Die Souks von Meknès gehören zu den schönsten und ursprünglichsten des Landes. Wir besuchen das Museum für Marokkanische Volkskunst. Es beherbergt Sammlungen zu allen Bereichen des marokkanischen Kunsthandwerks, darunter Teppiche, Lederwaren und Schnitzereien aus Holz. Berühmt ist das Museum auch für seine kostbaren Koranhandschriften.

Das Wadi Bou Sekrane teilt die Stadt in die ab 1912 von den Franzosen errichtete Neustadt im Nordosten und die Altstadt (Medina) im Südwesten. Der größte Platz der Medina ist die Place el-Hédim, ein beliebter Anziehungspunkt, auf dem sich abends Gaukler und Straßenhändler tummeln.

Der für mich schönste Platz von Meknès ist der Place Lalle Aouda. Der gesamte Platz ist mit Keramikfliesen und antiken Marmorsäulen verziert und diente lange Zeit als Parade- und Prozessionsplatz.

Im Süden der Medina erstreckt sich das Gelände der Königsstadt von Sultan Moulay Ismail mit prachtvollen Palast- und Residenzgebäuden sowie ausgedehnten Park- und Gartenanlagen. Das Areal umfasst außerdem ein 4 Hektar großes Wasserbecken und einen mächtigen Getreidespeicher. Diese Anlage trägt den Namen Heri es-Souani und zählt zusammen mit der gesamten Altstadt seit dem Jahr 1996 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Überhaupt gehören die Stadt und ihre Umgebung zu den schönsten Gegenden des Landes.


FÈS

Unsere Reise geht weiter in Fès, der ältesten und bedeutendsten der vier Königsstädte Marokkos, relativ zentral im Norden Marokkos gelegen. Das tiefe Blau der Keramik gilt als Wahrzeichen von Fès, neben den grünen Dächern der Sakralbauten, die das Bild der Stadt aus der Vogelperspektive prägen.

Besonders faszinierend ist hier die Medina (Fes-el-Bali), sie zählt mit ihren über 10.000 Gassen und über 300.000 Einwohnern als die größte der Welt. Medina bedeutet übersetzt eigentlich nur Stadt, heute meint es aber eher Altstadt. Hier ist sie ein Musterbeispiel der orientalischen Stadt, sie steht als Weltkulturerbe unter dem Schutz der UNESCO. Schon nach fünf Minuten wurde mir klar, ohne Guide wären wir hier orientierungslos. Überall in den Straßen Esel, Mulis und Handkarren, die bevorzugten Transportmittel für Waren. In dem absoluten Wirrwarr aus Tieren, Menschen,Waren und unzähligen kleinen verwinkelten Gassen hätten wir erstens keine einzige Sehenswürdigkeit entdeckt und zweitens unsere Orientierung verloren.

Wir sehen schöne Gassen und Souks, die Kairaonine Moschee & Universität, die Medersa (Koranschule) el-Attarine und wir können auf einer der unzählige Dachterrassen einen Blick über Fès‘ Dächer werfen: Unbeschreibliche Blicke und Ausblicke haben wir beim Erklimmen genießen dürfen – der Muskelkater am nächsten Tag war inklusive.

Die Souks sind in Handwerkszweige unterteilt, alle faszinierend, Höhepunkt sind eindeutig die Gerber wie die landestypische und stinkende Chaouwara-Gerberei. Der Gestank ist übrigens auf den bei der Färbung von Textilien verwendete Rinderurin und Taubenkot zurückzuführen.

Fès besteht heute aus drei Stadtteilen, die jeweils einer Epoche der Stadtgeschichte zugeordnet werden können:

Die Altstadt, (Fès el Bali/el Medina el Qadima), besteht aus dem Stadtteil um die Qarawiyīn-Moschee bzw. -Universität, die nach ihrer Gründung im Jahr 859 das Zentrum des öffentlichen Lebens darstellte. Sie wird von der Stadtmauer eingeschlossen. In saadischer Zeit wurden außerdem die beiden Zitadellen (Borj Nord und Borj Sud) errichtet, die sich auf den Hügeln über der Altstadt befinden.

Die mittelalterliche Neustadt (Fes el Jedid) geht auf die Dynastie der Meriniden (1244–1465) zurück, die Fès ab 1248 zur Hauptstadt ihres Reichs erklärten. Im Zentrum stehen der Königspalast und das jüdische Viertel (Mellah).

Die Ville Nouvelle wurde nach den Plänen eines französischen Architekten in der Protektoratszeit als neue Stadt in der Nähe der Festung Dar Debibagh südlich von Fès el Jedid gebaut. Zunächst als Residenzviertel für die Europäer entstanden, entwickelte sich die „Ville Nouvelle“ als moderne arabische Stadt mit neueren Villenvierteln weiter. In ihr befinden sich auch die größten Kinos und, wen wundert’s, eine McDonald’s-Filiale mit Ausblick auf die grünen Hügel zwischen Altstadt und Ville Nouvelle.

FAHRT ÜBER DEN MITTLEREN ATLAS

Wir fahren heute über den Mittleren Atlas durch traumhaft schöne Landschaften und können dabei die Vielfalt und Natur der Bergwelt genießen. Es geht vorbei an Ifrane, bekannt als Ski-Resort und Oase der Ruhe, und weiter über Midelt nach Erfoud, einst von den Franzosen als Militärbasis angelegt, um die starken und freiheitsliebenden Beduinen zu kontrollieren. Von Erfoud geht es weiter zu den Dünen von Merzouga, am Rande der Wüste Erg Chebbi gelegen.

IN DIE WÜSTE GESCHICKT

Endlich ist es soweit! Heute geht es in die Wüste. Einmal erleben - die Nacht unter dem Sternenhimmel über der Wüste. Die Wüste ist eine leere Projektionsfläche, als Sinnbild der inneren Leere oder als Metapher für die Reise ins Ich.. Stundenlang fahren wir nun schon durch die marokkanische Halbwüste. Schnurgerade zieht sich die Straße durch die Einöde aus Steinen und Grasbüscheln. Ab und zu passieren wir eine kleine Oase, die meiste Zeit ist da das unendliche Nichts. Am letzten Stopp vor der Erg Chebbi halten wir in einem kleinen Ort um unsere Wasservorräte aufzustocken. Denn später wird es kein Wasser mehr geben. Weiter fahren wir durch die Einöde, bis schließlich am Horizont die gelben Sandberge sichtbar werden. Die Sandberge türmen sich höher und höher bis wir schließlich in der Dämmerung ein paar Zelte erreichen. Bald sind wir da!


Am Fuße der sich auftürmenden Sandberge liegt die Wüstenstadt Merzouga. Hier ist unsere Fahrt vorerst zu Ende. Wir halten vor einem der Hotels und tauschen den gemütlichen Autositz gegen einen schaukelnden, unbequemen Kamelsattel. Zugegeben, die ersten paar Minuten auf dem Sattel dieser wundervollen Tiere waren echter Spaß – aber die blauen Flecke, die wir am nächsten Tag an den Beinen zählen können, sprechen für sich. Die Farbe des Wüstensandes ändert sich je nach Tageszeit und Wetter – von schwarz in der Nacht, hellgelb bei Wolken und vor Sonnenaufgang bis zu einem knalligen Orangerot bei Sonnenauf- und -untergang. Der Boden des Zeltes in dem wir übernachten ist mit Teppichen ausgelegt. Ein Haufen voll Decken liegt parat – in der Wüste wird es nachts empfindlich kalt.

Die Berber, denen das Camp gehört, bringen Platten voller Gemüsereis und Hähnchenstücke herein. Man isst gemeinsam von einer Platte. Im Anschluss ans Essen wird zu traditioneller Musik getanzt. Wir unterhalten uns mit den Berbern über das Leben und betrachten die Sterne. Ansonsten ist es ruhig. Unendlich ruhig. Das völlige Fehlen von Hintergrundgeräuschen wirkt zunächst irritierend, dann entspannend.Als es schließlich zu kalt wird, schlüpfen wir in unsere Zelte und lauschen dem…Nichts. Die Stille wird immer schöner und riesiger.

ERFOUD, TINGHIR, TODRA-SCHLUCHT & BOUMALNE DADES

Es geht heute zunächst nach Erfoud, zum Besuch einer Grundschule. Die Klassenzimmer ist voll, die Schüler schauen uns interessiert und neugierig an, lassen sich durch unsere Anwesenheit nicht aus der Ruhe bringen.

Dann fahren wir in die Oasenstadt Tinghir, die alte „Stadt der Berber“, wo wir einen Spaziergang durch die „Palmerie“ unternehmen. Die Dattelpalmenoase bezaubert mit vielen wunderschönen Gartenanlagen; zerfallene Kasbahs liegen hier dicht an dicht. Wir fahren von hier weiter in die Todra-Schlucht. Die fast senkrechten Felswände sind bis zu 300 m hoch; an der engsten Stelle ist die Schlucht nicht breiter als 10 m! Wir können beobachten, wie Hirten ihre Ziegen durch die Schlucht treiben, und wie sich Kletterer von Vorsprung zu Vorsprung hangeln.

Die Landschaft ändert sich ständig: Kaum fährt man durch eine karge Mondlandschaft, tauchen plötzlich Palmen und blühende Oleandersträucher auf.

Wir setzen dann unsere Reise fort über die „Straße der 1000 Kasbahs“, bis wir letztendlich Boumalne Dades erreichen, das Eingangstor zum Dades-Tal. Die Dades-Schlucht zeigt eine grandiose Gebirgslandschaft, reich an farblichen Kontrasten. Hauptsächlich wachsen hier Pappeln, Feigen, Mandeln, Nüsse, Granatäpfel, Gerste und, Überraschung, Äpfel; und all das vor dem roten Hintergrund der Felsen und den schneebedeckten Bergen des Hohen Atlas.

AIT-BEN-HADDOU

Heute widmen wir uns der Stadt Ait-Ben-Haddou, sie lieg am Fuße des mittleren Atlas und ist seit 1987 teil des UNESCO-Weltkulturerbes und wohl eines der schönsten Beispiele traditioneller Lehmbauarchitektur der Berber. Diese alte Stadt, welche der Sippe der Ben Haddou angehörte, kontrollierte schon im 11. Jh. jeglichen Handel auf der Karawanenstraße zwischen Timbuktu und Marrakesch. Ait-Ben-Haddou besteht aus ganzen sechs ineinander verbauten Kasbahs (Festungen), sie geben dem Ort mit seinen vielen Ecken und Winkeln das einzigartige Aussehen. Einmalige Anblicke belohnen unsere Fahrt. Dort wurden zahlreiche Filme gedreht, man nennt es auch das „Hollywood Marokkos“.


Über den hohen Atlas geht die Fahrt weiter. Durch eine phantastische Berglandschaft fahren wir zunächst zum Tizi-n-Tichka-Pass (2.260 m), von wo aus wir eine atemberaubende Aussicht auf die Massive und Gipfel des Hohen Atlas haben. Diese Strecke zählt zu den landschaftlich schönsten und eindrucksvollsten Routen durch Marokkos Bergwelt.

MARRAKESCH

Weiter geht’s durch die flache, fruchtbare Haouz-Ebene und endlich: wir erreichen die alte Sultansstadt am Fuße der Viertausendergipfel - Marrakesch. Ein Einheimischer verrät mir: Marrakesch ist keine Stadt, die man als Tourist lediglich sehen möchte, es ist eine Stadt, in der man leben möchte. Es liegt zwischen Wüste, Gebirge und Ozean.

Hinter der mächtigen roten Stadtmauer liegt die magische Metropole, die mit ihrem orientalischen Lebensgefühl schon seit Jahrzehnten die Menschen anzieht. Nicht nur Künstler und Schriftsteller suchen daher seit jeher in dieser marokkanischen Stadt am Fuß des Atlas-Gebirges Inspiration und Abwechslung.

Heute ist es ein wichtiges Wirtschaftszentrum mit vielen Moscheen, Palästen und Gärten. Die Medina ist eine dicht bebaute, von Mauern umgebene mittelalterliche Stadt aus der Berberzeit. Zwischen ihren labyrinthischen Gassen finden sich geschäftige Souks, auf denen traditionelle Kleidung, Töpferei und Schmuck angeboten werden. Das maurische Minarett der Koutoubia-Moschee aus dem 12. Jh. ist kilometerweit zu sehen und dient als Symbol der Stadt.

Der Aufenthalt in Marrakesch gleicht einer Studie in Kontrasten. Eine Verschmelzung von Altem und Neuem. Einerseits möchten die Marrakechi ihre alten Traditionen erhalten, und auf der anderen Seite streben sie zielsicher Richtung Moderne. Daher gibt es aktuell wohl keinen besseren Ort als Marrakesch um diesen Wandel zu erleben und zu beobachten.

Sofort zieht uns die Stadt in ihren Bann: Der Mix aus europäischer, fernöstlicher und afrikanischer Kultur. Juden, Christen, Muslime und Berber. Hier leben alle gemeinsam und sind stolz darauf.

Auf der einen Straßenseite ein modernes 5-Sterne Hotel, auf der anderen eine Art Kamel- und Dromedar-Parkplatz. Wenn man nach den Sehenswürdigkeiten in Marrakesch fragt, leuchten die Augen der Marrakechi: Unangefochtener Besucher Magnet ist der Djemaa el-Fna, der Platz der Gaukler mit seinen zentralen Souks.

Wir brauchen eine Pause: in einem der vielen Cafés beobachten wir dieses einzigartige Schauspiel entspannt weiter, während der Klang von Trommeln alles überdröhnt.

Direkt über den Djemaa el-Fna gelangt man in die Souks – die Shopping-Malls der Stadt. Nirgends erleben wir die orientalischen Eindrücke der Stadt so intensiv und konzentriert wie hier. Straßenkarten gibt es nicht, sich zurechtzufinden ist eine Kunst, welche nicht jeder beherrscht. Irgendwann kommt man jedoch immer wieder am Djemaa el-Fna raus.

Die Souks von Marrakesch sind ein Fest der Sinne. Das Labyrinth der Gassen, die Vielfalt der Waren, der Farben und Gerüche, sowie das Spiel von Schatten und Licht unter den riesigen Überdachungen können einem den Atem rauben. Beim ersten Besuch sollte man es langsam angehen lassen. Man lässt sich durch die Hauptgassen treiben und bewundert das reichhaltige Angebot. Bei einem zweiten Besuch sollte man die Seitengassen mit ihren Handwerkern und kleinen Werkstätten besuchen, wo traditionelle Waren hergestellt und verkauft werden. Ich für meinen Teil habe nichts gekauft, dafür Tee getrunken und mich mit den Berbern unterhalten.

Wir wollen weitere Sehenswürdigkeiten erkunden und machen uns auf zur Koutoubia Moschee (Moschee der Buchhändler). Sie ist das Wahrzeichen der Stadt und weist uns schon aus großer Distanz den Weg. Denn sie ist schon aus 30 km Entfernung zu erkennen. Sie ist zugleich die größte Moschee der Stadt. Übrigens darf in Marrakesch kein Gebäude errichtet werden, das höher als die Koutoubia Moschee ist.

Es folgt ein Besuch des Bahia Palast, erbaut auf einer sehr großzügiger Fläche von über 8000 Quadratmetern. Über 160 Räume im maurischen-andalusischen Baustil können wir hier bestaunen. Die Anlage aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts zählt für mich zu den schönsten Orten in Marrakesch.

Bei einem Aufenthalt in Marrakesch sollte der Besuch eines Hamams nicht fehlen. Diese Jahrhunderte alte Tradition ist ein wichtiger Bestandteil der arabischen Kultur. Seit Jahrhunderten ziehen sich Männer und Frauen in die Dampfbäder zurück, um sich zu reinigen und zu entspannen. Wir lassen uns überreden. Nach dem Rituale werden wir mit kaltem Wasser aus einem der Marmorbecken übergossen, bevor der Bademeister unseren ganzen Körper mit duftenden Essenzen und Seifen einreibt. Manche lassen sich auch massieren. Wir fühlen uns wie neu geboren, mit frischer Energie stürzen wir uns in abendliche Abenteuer, die Marrakesch in seinen zahlreichen Bars zu bieten hat.

DER KOCHKURS

Im anfangs erwähnten Riad in Marrakesch erwartet uns ein Kochkurs. Traditionell wird in Marokko in großen Tongefäßen, den Tajinen, über offenem Feuer gekocht. Meist stehen Gemüse und Lamm auf der Speisekarte. Und so lernen wir Tajine zuzubereiten, das wahrscheinlich populärste marokkanische Gericht.

Es ist ein scharf gewürzter Fleischeintopf, der stundenlang im gleichnamigen Topf köchelt. Wir wählen die für uns exotische Variante Hähnchen-Tajine mit Honig und Datteln. Der Koch, der sich auf die feine marokkanische Küche spezialisiert hat, gibt uns außerdem eine Einführung in die Dosierung der Gewürze in der schmackhaften Ofenküche.


Während das Ergebnis unserer Kochkünste in der Tajine köchelt, erwartet uns eine Teezeremonie im Riad. Zu Beginn der Teezubereitung übergießt unsere Gastgeberin die trockenen, gerollten Teeblätter in der Kanne mit etwas heißem Wasser, das sie nach einigen Sekunden wieder weggießen muss. Die Teeblätter sind damit vom Staub befreit und leicht gequollen. Die Kanne füllt sie nun mit heißem Wasser auf und gibt Zucker hinzu. Nach etwa einer Minute füllt sie ein Glas halbvoll mit Tee und stellt es sofort beiseite. Die wesentliche Prozedur ist das folgende Einfüllen des Tees aus großer Höhe in ein Glas und Zurückleeren in die Kanne.

Dieser Vorgang wiederholt sie mehrfach, bis sich im Glas eine hohe Schaumschicht gebildet hat. Zwischendurch probiert die Gastgeberin ob ein nachgesüßen erforderlich ist. Erst als die Geschmacksprobe zufriedenstellend ist, erhält jeder von uns ein etwa bis zu drei Zentimetern hoch mit Tee gefülltes Glas. Auf der Flüssigkeit sitzt ein ebenso hoher Schaumberg. Unendlich süß und unendlich bitter, mit einem kernigen Büschel Pfefferminze versehen, bekommen wir den Tee serviert.

Außerdem bekommen wir das Rezept für Kaliya - ein berberisches Gericht, das aus Lamm, Tomaten, Paprikas und Zwiebeln besteht und zu welchem Brot oder Couscous als Beilage serviert wird. Ein weiteres nationales Gericht ist Besara - eine traditionelle Suppe, die zum Frühstück serviert wird. Der Brei, der aus Brechbohnen und einem guten Schuss Olivenöl besteht, wird vormittags praktisch überall auf Märkten und in den Altstädten angeboten. Zum Nachtisch gibt es die beliebte Delikatesse Pastilla: zwischen dünnen Teigschichten wechseln sich Schichten aus süßem, gewürzten Fleisch (meist Lamm oder Huhn, manchmal tatsächlich auch Taube (!)) und Schichten mit Mandelmasse ab. Der Teig wird auf Tellergröße zusammengelegt und nach dem Backen mit Puderzucker bestreut.

PROJEKT-GARTEN ANIMA

Satt und zufrieden fahren wir am Nachmittag zum Projekt-Garten Anima – Le Retour du Paradis. Der 70-jährige österreichische Multimediakünstler, Ideengeber und Visionär André Heller begann seine Karriere als Chansonnier. Doch ein größeres Projekt musste her: Hier in der Nähe von Marrakesch schuf er einen wunderschönen, paradiesischen Garten – eröffnet wurde dieser erst im April 2016. Wir sind umgeben von meterhohen Palmen, riesigen, uralten Kakteen, Bambuswäldern, Bäumen und Sträuchern.

An jeder Ecke, jeder Biegung gibt es Überraschungen, eröffnen sich neue Perspektiven. Große, aber auch kleine Skulpturen, Keramikteller, Figuren, bunt bemalte Kegel und ein Berberzelt auf einem Hügel gilt es zu entdecken.


Eine Reise durch ein faszinierendes und vielfältiges Land mit vielen Gegensätzen liegt hinter uns. Wir haben während dieser Zeit unglaublich viel sehen und erleben dürfen, gastfreundliche Menschen, Geschichte, Kultur und Kulinarik des Orients kennengelernt, unterschiedliche Landschaften und Regionen besucht, und sind sicher, dass dies nur ein kleiner Teil dessen ist, was dieses Land zu bieten hat.

Wir werden bestimmt wiederkommen.

Inshallah !!!

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