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Bulgarien Marteniza Titel

InfoReisen

Klöster, Berge und weite Tief-Ebenen auf dem Ostbalkan – Bulgarien

Zu Siebt starten wir unsere Bulgarien-InfoReise. Am Flughafen empfangen uns Eleni, die Frau unseres griechischen Partners Anestis, und Alex, unser bulgarischer Reiseleiter

Tag 1 & 2

Im Hotel angekommen, erwartete uns bereits ein „leichtes Abendessen“ – alles andere als leicht, aber umso leckerer!

Der erste Tag begann mit einer Stadtrundfahrt in Sofia, der Hauptstadt, dem politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Zentrum Bulgariens. Schon im Vorbeifahren erkannten wir die typische Ostblock-Romantik, zerfallene Plattenbauten, sozialistische Denkmäler und so einiges Kurioses!

Unsere Rundfahrt führte uns zunächst zur Alexander-Newski-Kathedrale, Wahrzeichen Sofias und zugleich Kathedrale des bulgarischen Patriarchen. Hier empfing uns einer der Priester. Bei einer Führung vermittelte er uns einen interessanten Einblick in die Orthodoxie und die Geschichte der Kathedrale.

Gleich nebenan statteten wir der Sophienkirche einen Besuch ab. Sie ist der Namensgeberin der Stadt – der Hl. Sophia – geweiht. Wir kamen hier mit einem Priester ins Gespräch, der uns in seiner aufgeschlossenen Art alle Fragen beantwortete. Auch hatte er großes Interesse an unserer Gruppe und wiederrum an unserem Interesse an der Orthodoxie.

In der Banja-Baschi-Moschee, deren Inneres momentan komplett renoviert wird, empfing uns eine Vertreterin der Moschee. Sie arbeitet als Fremdenführerin – speziell für dieses Gotteshaus – und stand uns für alle Fragen zur Verfügung.

Auch die Rotonda Agios Georgios besuchten wir, das älteste Gebäude Serdicas – also des damaligen Sofias. Interessant zu wissen: Man stieß zufällig auf die Ruinen beim Aushub des Fundaments für das Hotel Sheraton. Bei einem Spaziergang entlang prächtiger Regierungsgebäude erlebten wir dann den Wachwechsel vor dem Präsidentenpalast.

Im Untergeschoss der russischen Kirche Sveti Nikolai konnten wir einen Wunsch auf einen Zettel schreiben, der uns erfüllt wird – sofern der Hl. Nikolai will…

Dann fuhren wir in Sofias Berge hinauf zur Bojanakirche. Die von außen schlicht wirkende Kirche aus dem Mittelalter beeindruckt durch ihre fantastischen Fresken, die seit 1979 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören. Eine Dame vermittelte uns voller Leidenschaft und Freude die Bedeutung der Fresken.

Am Abend erreichten wir unser Hotel in Plovdiv, die Stadt der sieben Hügel. Bei einer kleinen spontan eingelegten Whisky-Probe im obersten Stock des Hotels entstand schlussendlich dieser Blogeintrag.

Tag 3

Den heutigen Vormittag widmeten wir Plovdiv. Die 8.000 Jahre alte schöne Stadt am Ufer des Flusses Mariza ist älter als Rom, Athen, Karthago oder Konstantinopel – und fast ein Zeitgenosse vom uralten Troja! Gemeinsam mit Mariana, einer Freundin unseres Reiseleiters Alex und absolute Plovdiv-Spezialistin, spazierten wir von der einen Epoche durch die andere, sahen thrakische, römische, osmanische und byzantinische Denkmäler – eine kleine Zeitreise! Auch konnten wir Kleinodien im Jugendstil entdecken, ein römisches Amphitheater, ein Forum und prächtige Gotteshäuser. Eines davon war die Kirche Sveta Marina, die 2011 komplett renoviert wurde und seither in vollem Glanz erstrahlt. Ihre prächtigen Fresken, die geschmückte Gewölbedecke und der sechsstöckige hölzerne Glockenturm waren ein toller Anblick.

In Plovdiv zeigte man uns auch eines der alten Herrenhäuser, genauer das Balabanov-Haus. Das aus dem Beginn des 19. Jh. stammende Gebäude ist heute ein Museum und zeigt auf einer Fläche von 546 m² original erhaltene Einrichtungsgegenstände und Kunstwerke.

Nachdem jeder etwas Zeit zur freien Verfügung hatte, brachen wir auf in die Rhodopen bis wir Kloster Batschkovo erreichten. Das befestigte Kloster wurde 1083 von den Byzantinern gegründet und durchlebte seit jeher eine stürmische Geschichte, wurde es doch oft ausgeraubt. Grund dafür waren nicht nur etliche wertvolle Kunstwerke, sondern vor allem die wundertätige Ikone der dreihändigen Heiligen Gottesmutter, die wir bei unserem Besuch betrachten konnten. Vor allem aber widmeten wir unsere Zeit den großartigen Fresken im Speiseraum des Klosters, in der Hauptkirche Maria Himmelfahrt und der Kirche Heiliger Nikolai.

Den Tag beschloss eine Weinprobe auf dem Weingut Todoroff, gelegen im Herzen Thrakiens, das seit der Antike eine stolze Tradition der Weinherstellung vorweist. Nach einer sachkundigen Führung durch die Anlage konnten wir drei der erlesenen Rotweinsorten kosten. Natürlich wurde danach noch kräftig eingekauft!

Tag 4

Kazanlak – das war heute Morgen unser erstes Ziel, gelegen im „Tal der Rosen“ am Fuße des Balkangebirges. Die Umgebung um die Stadt kann sich stolz als Heimat der Thraker bezeichnen, befördern hier doch Wissenschaftler zahlreiche Artefakte der Thraker-Zeit ans Tageslicht, die Aufschluss über die reiche antike Geschichte in unseren Breiten geben. Wir besuchen das berühmteste aller Thraker-Grabmäler in Kazanlak. Man vermutet, dass hier Rhebulas – ein Sohn des Thraker-Königs Seuthes III. – seine letzte Ruhe fand. Unter kundiger Führung konnten wir eine originalgetreue Nachbildung in Augenschein nehmen und das nachgebaute Grabmal betreten – das Original ist zu seinem Schutz mittlerweile der Öffentlichkeit unzugänglich.

Auf der Weiterfahrt legten wir einen überraschenden Zwischenstopp am Ortsrand von Kazanlak ein – weniger überraschend für mich, Eleni und Alex. Wir luden unsere Teilnehmer spontan zu einem Besuch im Rosen-Museum ein, das die Geschichte der Rosenöl- und Rosenwasserproduktion im „Tal der Rosen“ dokumentiert. Wir erfuhren viel über Rosa Damascena, oder die „ölhaltige Rose“. Originale Bilder und Dokumente über die Entwicklung der Rosenherstellung in der Renaissancezeit und in den Anfängen des 20. Jh. genauso wie Werkzeuge für die Bearbeitung der Rosengärten, Behälter zur Aufbewahrung und Transport des Rosenöls und Rosenwassers werden hier ausgestellt. Natürlich ließen wir uns es nicht nehmen, hier kostbares, wohlduftendes Rosenwasser und andere Produkte einzukaufen.


Als nächstes stand die prächtige Gedächtniskirche von Schipka auf dem Programm. Sie ist dem Sieg der russischen Soldaten über die Osmanen gewidmet und den vielen russischen Soldaten, die 1878 hierfür am Schipka-Pass ihr Leben ließen. Gemeinsam mit einem jungen Mönch schauten wir uns die Kirche mitsamt ihrer wertvollen Fresken und Ikonen genauer an und er beantwortete all unsere Fragen.

Nun ging es ab in die Berge! Über den Schipka-Pass fuhren wir in Serpentinen erst hinauf ins verschneite Gebirge, um dann auf der anderen Seite Veliko Tarnowo zu erreichen – die alte bulgarische Hauptstadt. Viel wissen wir bisher nicht über diese Stadt, aber von unserem Hotel haben wir einen atemberaubenden Ausblick – vor allem bei Nacht. Bei ausgezeichneten bulgarischen Weinen ließen wir diesen erlebnisreichen Tag ausklingen…

Tag 5

Wir verließen am Morgen unser komfortables Hotel in Arbanassi, der altertümlichen Siedlung Veliko Tarnowos. Unser erstes Ziel ist die Stadt selbst und ihre Festung Tsarevets. Eine Historikerin empfing uns bereits auf dem Platz zu Füßen der Festung und gemeinsam mit ihr erkundeten wir das gesamte Festungsgelände – ein einmaliges Erlebnis! In perfektem Deutsch gab uns die Bulgarin einen umfassenden Einblick in das Leben auf der Burg, in die Mythen, die Sagen und die Architektur. Auch erhielten wir einen intensiven Abriss der bewegten Geschichte Bulgariens: Patriarchen, Zaren, Bulgarische Wiedergeburt, Russisch-Osmanischer Krieg & Sozialismus. Hier blieb erst einmal keine Frage offen! Von hier konnten wir einen atemberaubenden Ausblick auf die Stadt und die umliegende traumhaft schöne Landschaft genießen.

Nach der Mittagspause ging es dann auf die Landstraße, vorbei an blühenden Büschen und Bäumen, durch kleine Dörfer – und immer mit dem Blick auf die verschneiten Gipfel des Balkangebirges. Dieses ist vor allem wegen seiner bedeutenden Kulturdenkmäler bekannt, die in seinem Schoße verborgen liegen. In den schweren Zeiten der Fremdherrschaft suchten sich die Bulgaren versteckte Plätzchen, um dort ihre christlichen Heiligtümer zu schaffen und das Nationalbewusstsein wach zu halten. Eines davon ist Kloster Trojan im gleichnamigen Dorf, welches wir dann erreichten. Diese Gegend ist besonders bei Wanderern beliebt und beim Blick auf die großartigen Panoramen wundert mich das keineswegs! Trojan ist das drittgrößte Kloster des Landes und ein bemerkenswertes Denkmal von nationaler Bedeutung: Es diente dem bulgarischen Freiheitskämpfer Vasil Levski mehrfach als Versteck und er bildete dort ein Widerstandskomittee. Neben dem Schrank, der ihm als Unterschlupf diente, sahen wir gemeinsam mit einem sympathischen Mönch auch die prächtige Kirche zur Heiligen Jungfrau. Er vermittelte uns dabei die Geschichte und Bedeutung des Klosters.

Im Anschluss fuhren wir gute 180 km bis zur Hauptstadt Sofia, in der wir heute die letzte Nacht unserer InfoReise verbringen.

Tag 6

Ehe es heute heißt: „Сбогом , България – Auf Wiedersehen, Bulgarien!“, erkunden wir ein letztes Mal Sofia, Bulgariens wunderbare Hauptstadt. Bei einem Besuch in der Sofioter Synagoge tauchen wir ein in die jüdische Geschichte des Landes. David, ein Vertreter der jüdischen Gemeinde Sofias, empfing uns, führte uns durch das Gotteshaus und beantwortete uns mit sympathischem Witz alle Fragen über die Geschichte und die Architektur dieses prächtigen Gebäudes. Auch das zugehörige kleine Museum besuchten wir; die Ausstellung verdeutlicht die Religion, das Brauchtum und die Kultur der Juden, wie auch die Geschichte der jüdischen Gemeinschaft von ihrer Ansiedlung hier bis zur Gründung des Staates Israel. Ein Akzent im Museum ist außerdem die Rettung vieler bulgarischer Juden zur Zeit des Zweiten Weltkrieges.


Eleni, Alex und ich entspannten dann noch bei einem Kaffee in der Sonne und jeder hatte bis zur Abfahrt zum Flughafen noch etwas Zeit zur freien Verfügung. Die meisten nutzten diese Zeit, um durch die große Markthalle zu schlendern, die mit einer Menge Spezialitäten und Souvenirs aufwartet.

Dann heißt es Abschied nehmen. Wir blicken zurück auf sechs erlebnisreiche Tage in einem so vielseitigen Land… Bulgarien hat bei mir selbst tiefe Eindrücke hinterlassen und ich werde definitiv wiederkommen. Ein besonderer Dank gilt hier unserem Guide Alex, durch den wir ein so schönes und facettenreiches Land kennen lernen durften.

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