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Äthiopien

Hier haben wir wissenwertes über unser Reiseziel Äthiopien zusammengetragen: Geschichte, Zahlen, Zusammenhänge, Hintergründe und Hinweise zu unseren Reisen …

Geschichte

Wussten Sie, dass...

  • die Bundeslade nach Äthiopien gebracht worden sein soll?
  • knapp 2/3 der Bevölkerung dem christlichen Glauben angehören? (davon ca. 80% äthiopisch-orthodox & ca. 20% Protestanten)
  • etwa 1/3 sunnitische Moslems sind?
  • Äthiopien ein Vielvölkerstaat ist mit mehr als 80 ethnischen Gruppen?

Allgemeines

Äthiopien zählt mit Armenien und Georgien zu den ältesten christlich geprägten Staaten der Erde. Der Name des Landes in Ostafrika stammt aus dem Griechischen (αίθαλος – aíthalos): »das Land der gebrannten Gesichter«. Auf einer Reise lässt sich gut entdecken, ob dieses Bild auch heute noch Gültigkeit hat.

Äthiopien, ehemals Abessinien (bis 1974) – welche Bilder kommen mir da spontan in den Sinn?

  • riesige Kaffee-Plantagen
  • athletische Marathon-Läufer
  • ausnehmend attraktive Menschen
  • grandiose Landschaften
  • Kaiser Haile Selassie

Eher vage Vorstellungen und noch wenig klare Bilder – gepaart mit großer Neugierde auf die ur-christlichen Wurzeln in diesem landschaftlich extrem reizvollen Teil Afrikas motivieren, dorthin aufzubrechen.

Geschichte

Äthiopien gilt als eines der Herkunftsländer des Homo Sapiens – außerdem als Ursprungsland des Kaffees. Selbst das Wort Kaffee hat hier seine Wurzeln.

Die Geschichte Äthiopiens reicht bis ins 9. Jh. v. Chr. zurück. Abgesehen von einer fünfjährigen Besetzung vor und während des Zweiten Weltkrieges durch das damals faschistische Königreich Italien, war das damalige Kaiserreich Abessinien der einzige Staat Afrikas, der nie unter europäische Kolonialherrschaft gefallen war. Diese lange Zeitspanne der weitgehend ungestörten Kultur- und Zivilisations-Entwicklung macht das Land, das die höchste Zahl an UNESCO-Welterbe-Stätten in Afrika aufweist, auch zu einem begehrten Tourismusziel.

Nach dem Zweiten Weltkrieg modernisierte Kaiser Haile Selassie das Land teilweise. 1974 wurde die Monarchie gestürzt; darauf folgte ein kommunistisches Regime. 1991 stürzten die nach Ethnien getrennten Rebellengruppen unter Führung von Meles Zenawi die vom Ostblock unterstützte Militärdiktatur in einem Bürgerkrieg.

Die EPRDF hat sich als Regierungspartei etabliert und regiert unter einem föderalen System weiterhin weitgehend autoritär.

Zahlen & Fakten

Geographie

  • Fläche: 1.104.300 km² (etwa 3 x so groß wie Deutschland)
  • 96,6 Mio. Einwohner (2014)

Äthiopien ist neben Lesotho das am höchsten gelegene Land des Kontinents:

  • 50 % seiner Fläche liegen höher als 1.200 Meter,
  • mehr als 25 % über 1.800 Meter,
  • über 5 % erreichen gar Höhen über 3.500 Meter.

Dennoch hat der größte Teil des Hochlandes Mittelgebirgscharakter. Hier herrscht gemäßigtes Klima vor. Die Hauptstadt Addis Abeba liegt 2.370 m ü.NN.


Bevölkerung

Obwohl geographisch Afrika südlich der Sahara zugerechnet, sind große Teile des Landes in ihrer historischen und kulturellen Entwicklung stark von Einflüssen aus dem Nahen Osten geprägt.

Äthiopien ist ein Vielvölkerstaat mit mehr als 80 ethnischen Gruppen, deren Größe von mehreren Millionen bis zu wenigen Hundert reicht.

Seit Ende des 19. Jh. wird das Land auf der politischen und kulturellen Ebene von den Amharen dominiert. Obwohl sie offiziell nur rund 27 % der Bevölkerung stellen, ist ihre Sprache, das Amharische, Amtssprache und vor allem in den Städten als Verkehrssprache weit verbreitet. Zusammen mit den Tigray, die etwa 6 % der äthiopischen Bevölkerung ausmachen, siedelten sie traditionell als Bauern in den nördlichen Hochländern, dem Kernland des historischen äthiopischen Kaiserreichs. Amharen und Tigray können unter dem äthio-semitischen Begriff Habescha (Abessinier) zusammengefasst werden, beide Sprachen zählen zu den äthio-semitischen Sprachen. Zum überwiegenden Teil sind sie Anhänger der Äthiopisch-Orthodoxen Tewahedo-Kirche.

Die zahlenmäßig größte Ethnie bilden allerdings die Oromo. Sie waren früher als „Galla“ bekannt, was auf Amharisch auch „heidnisch“ bzw. „nichtchristlich“ bedeutet; diese Bezeichnung gilt heute als abwertend und veraltet. Die Oromo leben im Süden, Osten und Westen des Landes und stellen offiziell 34 % der Bevölkerung. Viele Oromo sind Muslime, es gibt aber auch äthiopisch-orthodoxe sowie protestantische Christen unter ihnen. Die Oromo gehören zur kuschitischen Sprachgruppe. Zu dieser gehören auch die Somali (6,2 %) und Afar (1,7 %) in den Tieflandgebieten im Osten des Landes, die Agau (verschiedene Untergruppen im nördlichen Hochland, zusammen mehr als 1 %) sowie die Sidama (4 %), Hadiyya (1,7 %) und andere im südlichen Hochland.

Glaube

Zur religiösen Zusammensetzung der Bevölkerung in Äthiopien gibt es widersprüchliche Angaben. Die vorläufigen Ergebnisse der letzten Volkszählung von 2007 geben folgende Zahlen:

  • 62,8 % Christen – davon:
    • 43,5 % Äthiopisch-Orthodoxe (Census 1994: 50,6 %)
    • 18,6 % Protestanten (1994: 10,2 %)
    • 0,7 % Katholiken
  • 33,9 % Muslime (1994: 32,8 %)
  • 2,6 % Anhänger traditioneller Religionen (1994: 4,6 %)
  • 0,6 % Sonstige (z. B. Atheisten, 1994: 1,8 %)

Äthiopien zählt mit Armenien und Georgien zu den ältesten christlich geprägten Staaten der Erde.
Die Äthiopisch-Orthodoxe Tewahedo-Kirche hat durch ihre isolierte Lage im Hochland am Horn von Afrika, umgeben von muslimischen Ländern, viele kulturelle und religiöse Eigenständigkeiten bewahrt und entwickelt. Besonders augenfällig sind die vielen Anklänge an das Judentum, die wahrscheinlich dadurch entstanden, dass sich die christlichen Gläubigen durch wiederholte Lektüre des Alten Testamentes mit dem biblischen Israel identifizierten und jüdische Glaubensformen wie die Beschneidung von Jungen, das Einhalten des Sabbats, verschiedener Reinheits- und Speisevorschriften etc. entwickelten.

Im Zuge dieses Judaisierungs-Prozesses entstand die Legende von der Abstammung des äthiopischen Herrscherhauses aus einem Verhältnis von König Salomon mit Makeda, der Königin von Saba. Der gemeinsame Sohn Menelik soll die Bundeslade aus dem Tempel gestohlen und nach Äthiopien gebracht haben. Mit ihr führte er nach dieser Erzählung das Judentum in Äthiopien ein.
Die äthiopische Kirche ist im Unterschied etwa zu den griechisch-orthodoxen, katholischen und protestantischen Kirchen miaphysitisch, das heißt, dass ihre Abspaltung vom westlichen Christentum auf dem Konzil von Chalcedon stattfand und sie somit nicht als eine orthodoxe Kirche im Sinne der dyophysitischen russisch- oder griechisch-orthodoxen Kirche gesehen werden kann. Sie steht somit den indischen Thomaschristen, den Armeniern, den Aramäern oder auch den ägyptischen Kopten nahe.

Die religiöse Spaltung geht auf die Definition der Natur Christi zurück. Die miaphysitischen Kirchen vertreten die Lehre, dass Jesus nur eine göttlich-menschliche Natur hatte, während die Dyophysiten glauben, dass er je eine göttliche und eine menschliche hatte. Für diese Konfession sind die äthiopischen Rundkirchen typisch.

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